Fr
09
Mär
2012
Trespass.ch - Die schweizer Musikplattform
Die kleine Geschichte aus der Gründerzeit seiner Band ist wohl ziemlich bezeichnend für Luca Mondelli. Fürs erste Konzert überhaupt hätten er und seine Friends als Vorband von Davide van de Sfroos auf der Mittelstation des Corvatsch spielen.sollen. Weil das Konzert aber drei Wochen vor Termin um zwei Wochen vorverschoben wurde, sagten mondo & friends ab. Schmunzelnd kann ich mir Einwände vorstellen, die seien einfach noch nicht bereit gewesen. Aber da ich das Glück hatte, Luca am Voices on Top 2011 ein kleines bisschen kennen zu lernen, bin ich mir sicher, der hat das aus Prinzip gemacht. Denn Luca macht auch aus Prinzip Musik - und Politik. Und das alles in Verbindung, welche sich sein Leben nennt und sich rund um mondo dreht. Mondelli ist eher ein Liedermacher alten Schrot und Korns. Mit ironischem Augenzwinkern analysiert mondo musikalisch das Leben seiner Mitmenschen, speziell in seiner Region Engadin. Dass dabei "Zweitwoniga" ein Thema sind, versteht sich von selbst. Aber auch "Sunnabluama" oder das "Kulturzentrum". Auch die Zweisprachigkeit des Albums ist sowohl einfach Teil des Lebens von Luca und damit Teil der Musik von mondo, aber sie ist auch Programm. Eine gleichsam politische Aussage, das Rumantsch nicht zu vergessen. Ausserdem hat es klanglich ja wirklich genauso viel Potential wie der formvollendete Bündner Dialekt. "Uf und Ab" - das Bündnerland im Querschnitt? - bezieht sich übrigens nicht auf die Qualität der Songs. Auf mehrheitlich akustischer Basis und mit den tiefgründigen Texten ist mondo schon nicht gerade leichte Kost, aber ziemlich lüpfig arrangiert und vom Alpenblues getragen.
MONDO
DER LIEDERMACHER


Kommentar schreiben
Kommentare: 0